Unter dem Motto „Wenn Hoffnung Schule macht“ kamen am Pfingstmontag mehr als 10.000 Menschen zum Bayerischen evangelischen Kirchentag auf den Hesselberg. Anlass war ein doppeltes Jubiläum: 75 Jahre Bayerischer evangelischer Kirchentag und 75 Jahre Evangelisches Bildungszentrum (EBZ) am Hesselberg. Entsprechend stand der Tag in diesem Jahr besonders im Zeichen der Bildung (Quelle: epd).
Lebendige Bibliothek: Bildungsgeschichten aus unserer Kirche
Unter diesem Titel lud die Evangelische Erwachsenenbildung Bayern (EEB) zu einem der zwei Bildungsplena am Bayerischen Kirchentag ein. Das Ziel war es, die Vielfalt der Erwachsenenbildung erlebbar zu machen und zu zeigen, wie sie Menschen und Gesellschaft verändert.
Persönliche Geschichten bewegen
In einer „lebendigen Bibliothek“ nahmen uns Ines Meierhuber, Maria Rummel und Boris Malzer als „lebendige Bücher“ mit in ihre individuellen Bildungs- und Lebensgeschichten. Bewegende, aber auch humorvolle Erzählungen boten ganz unterschiedliche Andockpunkte zur EEB: von der Ausbildung zur Kirchenführerin über die Pilgerbegleitung bis hin zur Weiterbildung zum Kulturdolmetscher. Angereichert mit Einblicken in verschiedene Lebenspfade, zeigten die Geschichten eindrücklich, wie Bildung den eigenen Weg prägt. Durch die lebendigen Erzählungen war die Atmosphäre von großem Interesse und großer Aufmerksamkeit geprägt. Obwohl das Format – ganz im Geiste eines Kirchentages – offen war und man jederzeit hätte gehen können, blieben alle Zuhörer gebannt am Platz. Sie lauschten den anschaulichen Erzählungen, die deutlich machten: (Erwachsenen)-Bildung ist kein trockenes Konzept, sondern sie ist bunt, vielfältig und bietet zahlreiche Zugänge zur Kirche, zum Glauben und zur Gemeinschaft.
Starke Moderation und strategischer Blick
Die Veranstaltung wurde von Barbara Becker moderiert. Als Landtagsabgeordnete und Landessynodale der ELKB ist sie ein Bindeglied zwischen Politik und Kirche. Zugleich ist sie Sprecherin für Fragen der evangelischen Kirche in der CSU-Landtagsfraktion und Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CSU. Ihre einladende, offene Art, kombiniert mit klugen Fragen, die sowohl in die Tiefe gingen als auch den roten Faden bewahrten, sorgte für einen unterhaltsamen und dennoch substanziellen Verlauf.
Herr Oberkirchenrat Blumtritt, Leiter der inhaltlichen Abteilung unserer Landeskirche und damit auch Gastgeber des Kirchentages, beteiligte sich ebenfalls als „lebendiges Buch“. Er verband dabei strategisches Denken mit einer praxisorientierten Blickrichtung – eine Kombination, die für die EEB sehr wichtig ist. Neben seinen persönlichen Bildungserfahrungen beleuchtete er die Relevanz der EEB für Kirche und Gesellschaft und ihre gemeinschaftsstiftende Funktion.
Bildung im Zeichen des 75. Jubiläums
Dass sich der Bayerische Kirchentag dieses Jahr intensiv mit dem Thema Bildung beschäftigt, steht auch im Zusammenhang mit dem 75. Geburtstag des Evangelischen Bildungszentrums (EBZ) am Hesselberg. Was einst als „Landvolkshochschule“ begann, hat sich stetig weiterentwickelt, entsprechend dem, was die Zeit braucht, und nach dem Motto „Wir sind aus lebendiger Tradition innovativ“.
Neben den bewährten Bildungssäulen Glauben, Leben im ländlichen Raum und Persönlichkeitsbildung ist die neuste Säule die gesellschaftspolitische Bildung. Dies hängt eng mit der sich im Aufbau befindenden Denkmallandschaft zusammen. Diese Bildungsthemen prägen den Hesselberg, und Evangelische Erwachsenenbildung formt insgesamt Menschen und deren Lebensläufe auf vielfältige Weise.
Der Tag am Hesselberg war ein gelungener Beweis dafür, dass Bildungsgeschichten nicht nur erzählt, sondern gemeinsam erlebt werden können.
Gemeinsamer Stand: Gespräche, Aktionen und Präsenz
Neben dem Bildungsplenum gestaltete die EEB Bayern gemeinsam mit den Kooperationspartnern EBW Jura-Altmühltal-Hahnenkamm, EEB Westmittelfranken, EEB Donau-Ries und EBW Ansbach sowie der eaf Bayern einen Stand.
Der Stand wurde zum Treffpunkt für viele interessierte Gespräche, für Erklärungen rund um die Erwachsenenbildung und für Kooperationsanfragen. Die Besucherinnen und Besucher konnten zudem ihr Wissen und ihre Schätzfreude unter Beweis stellen: In einer Abstimmung galt es zu erraten, wie viele Veranstaltungen und Teilnehmende die EEB im Jahr 2024 hatte. Eine weitere Einladung ging an alle, sich bei einer Schreibaktion unter dem Motto „EEB ist für mich…“ zu beteiligen und eigene Gedanken festzuhalten.
Durch die Beteiligung der eaf Bayern erhielt der EEB-Stand zusätzliche Impulse, um gezielt auch Familien anzusprechen und das Angebot von familienbezogenen Themen zu ergänzen.
Auch der Lutherkoffer, der anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 erstellt wurde, sowie der Lutherweg – ein spiritueller Rundwanderweg, von dem es im Norden Bayerns zwei Routen gibt – waren bei den Besuchern sehr nachgefragt und dienten als spannende Gesprächsanlässe.
In einem kurzen Bericht von BR24 zum Kirchentag – direkt nach dem Statement des Landesbischofs kann man einen kurzen Eindruck vom gut besuchten Stand der EEB erhalten:
