EEB Bayern Interview: Am Puls der Zeit mit Dialog der Generationen

von | Okt. 2, 2025 | Allgemein | 0 Kommentare

Wie sich intergenerationelles Lernen in die Bildungspraxis umsetzen lässt, zeigt eine in Kürze startende Veranstaltungsreihe der Jungen Stadtakademie München (JUST münchen), bei der Menschen verschiedener Generationen ins Gespräch kommen und miteinander, voneinander und übereinander lernen sollen. – EEB Bayern sprach mit Studienleiterin Josephine Mink über das neue Format.

EEB Bayern: Liebe Josephine, eigentlich richten sich die Angebote von JUST münchen ja speziell an die Zielgruppe „junge Erwachsene“. Was hat Euch dazu inspiriert, die Veranstaltungsreihe „ReGeneration. Dialog der Generationen“ ins Leben zu rufen?
Josephine Mink: Die Idee eines generationenübergreifenden Dialogs ist im Rahmen einer Kooperation zwischen YouthBridge und der Evangelischen Stadtakademie München entstanden.(Anmerkung der Redaktion: Youth Bridge ist Projekt der Europäischen Janusz Korczak Akademie, in dem Jugendliche unterschiedlichster Herkunft, Muttersprache und Religion ein zweijähriges Leadership-Programm absolvieren. Mit dem neu erworbenen Wissen und Können setzen die Jugendlichen eigene soziale, mediale und kulturelle Initiativen um und bauen Brücken zwischen verschiedenen Communities. YouthBridge schafft in München Vielfalt, Kreativität und Miteinander und bekämpft Hass, Ausgrenzung und Radikalisierung!)
Damals kamen „Jung und Alt“ zusammen, um sich mit dem Thema Extremismus auseinanderzusetzen. Der Austausch von Ansichten und Erfahrungen zwischen den Altersgruppen brachte ein gegenseitiges Verständnis hervor und inspirierte uns schließlich dazu, eine Veranstaltungsreihe zu konzipieren, die sich gezielt dem Dialog zwischen den Generationen widmet.

EEB Bayern: Welche gesellschaftlichen Herausforderungen oder Entwicklungen habt Ihr im Blick, wenn Ihr an das Thema intergenerationeller Dialog denkt? Warum ist es aus Deiner Sicht gerade jetzt besonders wichtig, Räume für einen generationenübergreifenden Austausch zu schaffen?
Mink: In einer Zeit, in der Digitalisierung und Mediennutzung unseren Alltag prägen, stehen uns zwar mehr Informationen denn je zur Verfügung, doch echte Kommunikation und Austauschmöglichkeiten gehen dabei häufig verloren. Unser generationenübergreifendes Format „ReGeneration. Dialog der Generationen“ setzt genau hier an: Wir schaffen Räume, in denen Menschen unterschiedlichen Alters miteinander ins Gespräch kommen. Im Austausch über persönliche Erfahrungen und Perspektiven entsteht nicht nur ein tieferes gegenseitiges Verständnis, sondern auch ein gemeinsames Bewusstsein dafür, wie wir unsere Gesellschaft gestalten wollen. Denn nur, wenn die Generationen miteinander verbunden bleiben, kann unsere Gesellschaft wirklich zukunftsfähig bleiben.

EEB Bayern: Wann startet Eure neue Veranstaltungsreihe „ReGeneration. Dialog der Generationen“ ? Um welche Themen wird es dabei inhaltlich gehen und wie ist das Format didaktisch und methodisch konzipiert?
Mink: Die Reihe startet am 29. Oktober 2025 in der Stadtakademie München. Unter dem Titel „Was bedeutet Erinnerung?“ widmet sich die Auftaktveranstaltung der Frage, wie Erinnerungen und Erfahrungen von Generation zu Generation weitergegeben werden können. Dafür bringen wir Zeitzeugen und junge Menschen miteinander ins Gespräch.
Natürlich ließen sich unzählige weitere Themen aufgreifen. Zunächst haben wir jedoch solche ausgewählt, die für alle Generationen von Bedeutung sind. So geht es in den weiteren Veranstaltungen etwa um die grundlegende Frage nach der Würde des Menschen und um das Thema Radikalisierung im Internet. Vom Aufbau her entscheidend für uns ist, dass nicht nur frontal diskutiert wird, sondern echte Begegnungen stattfinden – durch Gesprächsrunden in Kleingruppen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen. Auf diese Weise wird sichtbar, was wir mit-, von- und übereinander lernen können – und wie wichtig es ist, im gegenseitigen Austausch zu bleiben.

EEB Bayern: Gibt es bereits Pläne für eine Weiterentwicklung oder einer Verstetigung des Formats?
Mink: Zunächst ist unsere neue Reihe auf drei Veranstaltungen angelegt. Grundsätzlich steht aber einer Verstetigung des Formats nichts im Wege – wobei die Nachfrage natürlich das Angebot bestimmt. Unabhängig davon sieht die (Junge) Stadtakademie München vor, künftig immer wieder generationenübergreifende Angebote in ihr Programm aufzunehmen.

EEB Bayern: Was wünschst du dir persönlich und jenseits Eurer neuen Veranstaltungsreihe für den zukünftigen, gesellschaftlichen Dialog zwischen den Generationen?
Mink: Ich wünsche mir, dass der Dialog zwischen den Generationen nicht nur in einzelnen Projekten oder Veranstaltungsreihen stattfindet, sondern zu einer Selbstverständlichkeit im gesellschaftlichen Alltag wird. Wo wir einander zuhören, nachfragen und gemeinsam weiterdenken. Der Generationendialog sollte zur gelebten Normalität werden: ein Nährboden, auf dem Toleranz, Verständnis und Respekt wachsen und aus dem eine widerstandsfähige und zukunftsfähige Gesellschaft hervorgeht.

Zur weiteren Information:

Alle Infos und Anmeldung zu „Was bedeutet Erinnerung – ReGeneration.Generationen im Dialog“ hier

Weitere Angebote von JUST münchen hier
Link zur Website der Stadtakademie München hier
Link zur Website von Youth Bridge hier

Interview: Sabine Löcker (EEB Bayern)