Jüdisches Leben in Deutschland hat eine lange Geschichte und eine lebendige Gegenwart – und doch dominiert in der Bildungsarbeit oft die Leidensgeschichte. Das Digitale Lernhaus „Jüdisches Leben“ setzt hierzu ergänzende Schwerpunkte: Es macht die kulturelle Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland erfahrbar und leistet damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Antisemitismusprävention.
Ein virtueller Erfahrungsraum
Das Lernhaus ist eine virtuell begehbare Themenlandschaft, die im Stil einer Graphic Novel gezeichnet ist. Lockere Illustrationen schaffen Leichtigkeit und regen zum Mitdenken an – denn was die Zeichnung weglässt, ergänzt das eigene Denken. Per Maus oder Touchscreen bewegt man sich durch die Räume und entdeckt 3D-Objekte, Filme, Animationen, Biografien, Infotexte und interaktive Aufgaben.
Das Lernhaus gibt es in drei Varianten: für Kinder, für Jugendliche und für Erwachsene. Lehrkräfte erhalten über eine Registrierung einen besonderen Zugang, der alle drei Varianten freischaltet und ein Passwort für Lerngruppen bereitstellt.
Fünf Lernbereiche zum Erkunden
Unter dem Dach des Lernhauses finden sich fünf Bereiche: der Artefakte-Aktiv-Raum, in dem man jüdische Kultgegenstände und Alltagsobjekte entdecken und sich über Filme, Texte und Sounds vertiefen kann; das Biografien-Archiv mit Lebensgeschichten jüdischer Menschen in Vergangenheit und Gegenwart; ein Synagogenlernbereich; der Raum der Erinnerungen, der über die Zugänge „Menschen“, „Orte“, „Dinge“ und „Zeiten“ erschlossen werden kann; sowie eine eigene Antisemitismus-Lernumgebung.
Letztere bietet für Jugendliche und Erwachsene sechs Themenräume – von christlichem Antijudaismus über rassistischen und israelbezogenen Antisemitismus bis hin zu Verschwörungsmythen und antisemitischem Othering. Ziel ist es, Erscheinungsformen von Antisemitismus zu erkennen, sich selbst zu positionieren und Gegenstrategien zu entwickeln. Für Kinder gibt es einen eigenen, altersgerechten Lernweg mit acht aufeinander aufbauenden Themenfeldern.
Pre-Opening am 12. April 2026
Ab dem 12. April 2026 öffnet das Lernhaus im Rahmen eines Pre-Openings seine digitalen Türen. Ab diesem Datum ist eine Registrierung möglich, und die Lernumgebung kann auf PCs und neueren Tablets genutzt werden.
Wer steht dahinter?
Das Projekt entstand an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, angesiedelt an der Forschungsstelle für Öffentliche Religionspädagogik (RUPRE). Ein interdisziplinäres Team um Dr. Werner Haußmann verbindet Religionspädagogik, Geschichtsdidaktik, Theologie und politische Bildung. Maßgebliche Inhalte wurden im Dialog mit jüdischen Gesprächspartnerinnen und -partnern entwickelt. Gefördert wird das Lernhaus unter anderem von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der EKD, dem BLLV und der Barbara-Schadeberg-Stiftung.
→ Zum Lernhaus: lernhaus-juedisches-leben.de
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→ Das Projekt unterstützen: betterplace.org/p140931
